Ich weiß nicht, wie es dir geht – ich schalte schon gar keine Nachrichten mehr ein, da ich sonst sofort psychosomatische Symptome im Körper spüre und enorm nachdenklich werde und depressive Verstimmungen bekomme. Wahrscheinlich haben wir das Zeitalter erreicht, wo alleine schon das Nachrichten schauen eine posttraumatische Belastungsstörung zur Folge haben kann. Dabei betreffen ja die aktuellen Nachrichten vermehrt „nur“ die aktuelle Corona-Krise und wenn ich mir dann noch vorstelle, dass es auf vielen Erdteilen auch noch Kriege gibt und Hunger herrscht und Menschen aufgrund von Krieg oder Naturkatastrophen ihre Heimat verlassen müssen oder weil ihnen ihr Lebensraum geraubt wird, dann macht mich das noch trauriger als ohnehin schon und Lebensfreude kann ich nicht empfinden. Man hat ja förmlich Schuldgefühle, wenn man all diese Nachrichten sieht und hört, dass man selbst noch ein Dach überm Kopf hat und nicht um Nahrung, Wasser oder das blanke Überleben kämpfen muss.

Nur wie schaffe ich es, Abstand zu all dem Chaos zu nehmen und mich selbst wieder zu spüren?

REFLEKTION und DANKBARKEIT ist die Antwort.

Jetzt, wo wir alle genug Zeit zur Verfügung haben, und viele Menschen dazu gezwungen sind zuhause zu bleiben, was vielen sehr schwer fällt, da die gewohnten Ablenkungen fehlen, denen wir sonst nachgehen, ist es Zeit in sich zu gehen, sich selbst mal wieder genauer zu betrachten und den Angelegenheiten mehr Aufmerksamkeit zu schenken, vor denen viele Menschen im Alltag viele Jahre quasi weg gerannt sind, dem eigenen Selbst. Und plötzlich kommen Gedanken und Gefühle hoch, denen wir sonst gar nicht die Berechtigung erteilen da zu sein, weil wir Angst vor ihnen haben oder sie unterdrücken, weil sie sich unangenehm anfühlen. Aber genau darin liegt der Schlüssel für Glück und Lebensfreude.

Wenn wir uns und unsere Gefühle selbst beobachten, sie wahrnehmen und hinterfragen, ohne sie als positiv oder negativ einzustufen, sondern ihnen erlauben einfach nur da zu sein und sich ausdrücken zu dürfen, beginnen wir uns selbst zu heilen und uns wieder besser zu fühlen. Indem wir nicht mehr vor schlechten Gefühlen weglaufen, sondern uns mit ihnen auseinandersetzen, sie akzeptieren und integrieren in unser Leben und das Positive aus ihnen schöpfen. Indem uns wieder bewusst wird, dass wir mit unserem Leben doch eigentlich ganz zufrieden sein können und dankbar zu sein, für die Dinge, die man hat und die Menschen, die man liebt und die einen auch lieben und ohne die das eigene Leben nicht das wäre, was es ist.

Lebensfreude steigt auch an, wenn man sie teilt.

Auch wenn man sich selbst nicht wirklich gut fühlt und einem nicht unbedingt immer zum Lächeln zumute ist, kann ein freundliches Wort an der Supermarktkasse, ein großzügiges Trinkgeld für den Bäcker oder einem alten Menschen über die Straße zu helfen ein Lächeln in dein Gegenüber zaubern und dein eigenes Barometer an Lebensfreude wird sofort wieder ansteigen.

Kinder sind ein Wunderheilmittel gegen depressive Verstimmungen.

Sicher sind viele Eltern im ersten Moment frustriert gewesen, dass ihre Kinder die Schulen und Kitas für die nächsten Wochen nicht mehr besuchen können und sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder dauerhaft zuhause beschäftigen sollen. Doch ist dies auch eine Chance die Beziehung zum eigenen Kind mal wieder intensiv zu pflegen und zu spüren, dass Kinder auch eine enorme Energie ausstrahlen und so vieles im Leben schöner machen. Gerade kleine Kinder verstehen die Situation überhaupt gar nicht und machen sich überhaupt keine Gedanken über vieles, worüber wir uns stets und ständig den Kopf zerbrechen. Sie können uns helfen, das Leben leichter zu betrachten und gelassener mit Krisensituationen umzugehen. Kleine Kinder kennen diese Form von Ängsten überhaupt noch gar nicht, von denen wir als Erwachsene momentan betroffen sind. Sie spüren und leben ihre Freude einfach aus, wenn ihnen danach ist, tanzen in der Wohnung herum, schreien, lachen und rennen beim Spazierengehen, als wäre alles so wie immer, und genau das ist es, wovon wir uns gerne anstecken lassen dürfen.

Die Krise als Chance für Veränderung.

Indem wir mehr Zeit mit uns selbst und unseren Liebsten verbringen, erkennen wir also was wirklich wichtig ist. Wir entschleunigen unseren kompletten Alltag, nehmen uns selbst wieder viel intensiver wahr und beschäftigen uns mit unseren Bedürfnissen und Werten, die für viele längst in Vergessenheit geraten sind. Wir betrachten unsere Schattenseiten, blicken tief in unser Innerstes und entdecken vielleicht unsere größten Potenziale, von denen wir zuvor gar nicht glaubten, dass sie überhaupt existieren. In Krisenzeiten lernen wir auch, uns selbst wieder dazu zu ermächtigen selbstbestimmt zu handeln und Verantwortung für unser Leben zu übernehmen, anstatt diese Verantwortung anderen zu überlassen und uns von außen lenken zu lassen. Somit kann eine Krise also auch ein mächtiges Werkzeug für eine bevorstehende Veränderung sein. Durch die Isolation von der Gesellschaft und jeglichem Konsum lenken wir die gesamte Aufmerksamkeit vom Außen nach Innen. Das kann in der Tat eine Herausforderung sein. Aber auch eine Chance und einen Sinneswandel, der positive Veränderung mit sich bringen kann, wenn man es genauer betrachtet.

Die ganze Welt steht still.

Der Flug- und Schiffsverkehr wurde weitestgehend eingestellt, Restaurants bleiben leer, Yoga-Studios sind geschlossen, Busse und Züge fahren nur noch eingeschränkt – sieh diese Zeit nicht als Einschränkung, sondern als eine wunderbare Möglichkeit, um auch deinen eigenen Geist und Körper herunterzufahren und dich um deine Gesundheit zu kümmern, zu meditieren (vor allem Atemmeditationen helfen enorm Stress abzubauen, Gedanken zu beruhigen, das Immunsystem und das Nervensystem zu stärken), zu lesen, Musik zu hören, auch Spaziergänge sind für die Menschen, die sich nicht in Quarantäne befinden noch erlaubt. Sei dankbar für diese Dinge und reg dich nicht über Menschen auf, die rücksichtslos oder respektlos reagieren, denn sie tun dies nur aus Angst und nicht aus Böswilligkeit. Schränke deinen Nachrichtenkonsum ein, indem du dir nur das Notwendigste anschaust oder anhörst und teile deine Lebensfreude, indem du anderen hilfst oder ihnen eine Freude machst und allein ein Lächeln kann vieles verändern!

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du gesund bleibst und die Zeit mit ganz viel Power und Lebensfreude gut überstehen wirst!

Über einen netten Kommentar oder einen Daumen hoch würde ich mich sehr freuen.

Melanie Kocer

P.S. Wenn du mehr zum Thema Glück und Lebensfreude lesen möchtest: Die 25 Erste-Hilfe-Strategien für mehr Glück und innere Balance sind sicher eine spannende Lektüre in Zeiten wie diesen 😉

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    2 replies to "Lebensfreude – in Tagen wie diesen?"

    • Janina

      Liebe Melanie,

      ich kann nachvollziehen, warum Du Dich so fühlst und kann nur bestätigen, dass Kinder, oder in meinem Fall ein Kind, dass Gute hervorheben und für genügend Abwechslung sorgen.

      Ich muss zugeben, dass ich kaum noch frensehe, seit meine Kleinerauf der welt ist, weil meine Welt mich so in Anspruch nimmt. Auch weiß ich nicht immer, was ich von der Berichterstattung halten soll und deshalb konzentriere ich mich ganz auf mich und meine kleine Familie.

      Wobei ich DIr ganz und völlig zustimme ist, dass man seine eigene Welt und die Sicht auf die Dinge mit Dankbarkeit und Wertschätzung ungemein verbessern kann und dies durch ehrlich gemeinte Freundlichkeit und Dankbarkeit an andere weitergeben kann.

      Ein sehr schöner Beitrag, der die Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung in dieser Zeit sehr schön beschreibt.

      Vielen Dank und liebe Grüße

      Janina

      • Melanie Kocer

        Liebe Janina,
        hab ganz lieben Dank für deinen Kommentar zu meinem Blog-Beitrag, es freut mich sehr, dass die Informationen bei dir genauso ankommen, wie ich sie in die Welt zu tragen wünsche. Wir können nur in die Dankbarkeit für unser eigenes Leben und Liebe zu unseren Mitmenschen kommen, wenn wir unsere Meinung und Sicht auf die Dinge nicht zu sehr von unserer Außenwelt mitbestimmen lassen, die Informationen, die uns zugetragen werden achtsam in Frage stellen und unseren eigenen Werten treu bleiben.
        Die Angst ist ein großer Auslöser dieser Pandemie und Verhinderer von allgemeinem gesellschaftlichen Wohlstand, die im Wesentlichen darüber bestimmt, wohin diese gesamte gesellschaftliche Entwicklung führen wird. Daher kann jeder Mensch diesem ganzen Chaos aktiv entgegenwirken, indem er bewusster und achtsamer mit sich selbst, der Natur, unseren Ressourcen und anderen Menschen umgeht und so mehr Liebe in die Welt trägt.
        Vielen Dank für deine Zeit und deine Aufmerksamkeit und alles Gute für dich und dein Kind!
        Von Herzen,
        Melanie

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